Deutsch | Français

Pfingstmanifest gegen Atomkraft
und für die Energiewende

Ökumenische Arbeitsgruppe «ChristInnen für die Energiewende»


 
 

«Energiewende vollziehen - mit den Kirchen»

→ Download Medienmitteilung zur Podiumsveranstaltung
vom Dienstag, 22. November, Kirchgemeindehaus Bern-Markus

→ Download Veranstaltungsflyer

 

 

 

Es haben 1391 Personen das Manifest unterzeichnet
Darunter u.a.:

Heinz Bichsel
Leiter Fachstelle OeME-Migration refbejuso

Cécile Bühlmann
ehem. Nationalrätin

Beat Dietschy
Zentralsekretär Brot für alle

Irene Neubauer
Theologin, Projektleitung Offene Kirche Bern

Otto Schäfer
C
hargé de théologie et d'éthique, Fédération des Eglises protestantes de Suisse

Andreas U. Schmid
Dr. phil., Apotheker
Synodepräsident refbejuso

Bernhard Waldmüller
Dekanatsleiter, kath. Dekanat Region Bern

 

alle Online-Unterzeichnende

 

Das Manifest im Wortlaut:

Unser christlicher Glaube verpflichtet uns zu Sorgfalt im Umgang mit allen Ressourcen und zur Bewahrung der Schöpfung. Da es bei Energieverbrauch und Klimawandel um die Zukunft der Schöpfung geht, sind wir als Christinnen und Christen aufgerufen, mit Wort und Tat Stellung zu beziehen.

Der Klimawandel ist Realität und betrifft schon heute viele arme Menschen im Süden. Aktuelle Meldungen zeigen, dass beispielsweise der Meeresspiegel schneller und stärker ansteigen wird als noch vor kurzer Zeit angenommen. Die Verantwortung für diese Veränderungen tragen zu grossen Teilen die reichen Industrieländer mit ihrem hohen Verbrauch an fossilen Brenn- und Treibstoffen – auch die Schweiz.
Dass die Atomenergie kein Ausweg aus der Klimafalle sein kann, sondern zusätzliche Risiken mit sich bringt, wurde in Fukushima offensichtlich. Das sogenannte Restrisiko ist trotz hohen technischen Aufwands durch Menschen nicht kontrollierbar. Es birgt die Gefahr der Verstrahlung von Mensch und Umwelt und kann nur mit dem Ausstieg aus der Atomenergie ausgeschlossen werden. Nikolaus Schneider, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland meint dazu: «Wir müssen da so schnell wie möglich raus – eine Technologie, die Fehler nicht verzeiht, tut uns nicht gut».

Kein Mensch und keine Gesellschaft haben ein Anrecht darauf, Energie im Übermass zu verschwenden und damit andere Völker und die folgenden Generationen für Jahrtausende zu belasten.

Wir lehnen die Meinung ab, dass billige Energie eine Voraussetzung für eine positive Wirtschaftsentwicklung sei. Billige Energie fördert Verschwendung, Verschleiss und führt zu weltweiten Konflikten und Umweltzerstörung.

Die Senkung des Energieverbrauchs auf ein schöpfungsverträgliches Mass und das Umsteigen auf erneuerbare Energie dienen dagegen dem internationalen Frieden, tragen zur Gerechtigkeit bei und schützen das Klima. Um den Energieverbrauch unserer Gesellschaft nachhaltig zu senken, braucht es strenge Verbrauchsvorschriften sowie Lenkungs- und Förderabgaben. Gefragt sind von uns die Veränderung unseres Lebensstils und die Bereitschaft, für Energie jenen Preis zu zahlen, der für eine nachhaltige Energieproduktion notwendig ist.

Das von der ETH Zürich entwickelte Modell der 2000-Watt-Gesellschaft muss zu einem verbindlichen Ziel werden, wie dies der Schweizerische Evangelische Kirchenbund und die Kommission Justitia et Pax der Schweizer Bischofskonferenz postuliert haben.

Wir brauchen eine Energiewende mit einem klaren Zeitplan, sodass die ältesten Reaktoren mit den grössten Sicherheitsrisiken (Mühleberg, Beznau I und II) möglichst bald vom Netz genommen werden.

Die ganze Schöpfung und alle Menschen weltweit haben das Recht auf ein gutes Leben, ist doch Christus gekommen, damit alle ein «Leben in Fülle haben» (Joh 10,10). Das gelingt aber nur, wenn die Ressourcen der Erde gerecht geteilt und nicht übernutzt werden. Als Christinnen und Christen in einem reichen Land sind wir darum gefordert, gegen Verschwendung und Konsumsucht einzutreten, sowie einen neuen Lebensstil und das Teilen zu pflegen. Dazu haben sich die Schweizer Kirchen in der Charta Oecumenica verpflichtet.

Wir rufen dazu auf

… als Einzelne den persönlichen Lebensstil den Erfordernissen einer 2000 Watt-Gesellschaft anzupassen. Das bedeutet, den Energieverbrauch um mindestens zwei Drittel zu verringern.

… als Kirchgemeinde ökologisch zu handeln und die eigenen Aktivitäten einer kontinuierlichen Umweltprüfung zu unterziehen. Besonderes Augenmerk gilt den Liegenschaften und dem Beschaffungswesen (Infos und Materialien dazu www.oeku.ch).

… als Kirchenleitung, öffentlich für die 2000 Watt-Gesellschaft einzustehen, sich für einen schnellen Ausstieg aus der Atomenergie einzusetzen und eine kontinuierliche Beauftragung für Klima und Energie innerhalb der Kirchlichen Dienste zu schaffen.

Bern im Mai 2011
 

 

«Gott ist die Schöpferkraft der Natur und allen Lebens auf der Erde. Die Aufgabe von uns Menschen ist es, die Erde durch unsere Arbeit weiter zu gestalten, sie zu bebauen und zu bewahren»

(nach 1. Mose 1 und 2)

 

Folgende Organisationen und Gruppierungen haben das Manifest unterzeichnet:

Christlicher Friedensdienst (cfd)

oeku Kirche und Umwelt

OeME Kommission der Evang.-ref. Gesamtkirchgemeinde Bern

Religiös-Sozialistische Vereinigung der Deutschschweiz

Theologische Bewegung für Solidarität und Befreiung (TheBe) Luzern

 

alle Online-Unterzeichnende

 

Downloads

Pfingstmanifest

Medienmitteilung Pfingst-Workshop 12.06.2011

Atom-Denkwort der Kirchlichen Arbeitsgruppe für Atomfragen (KAGAF), Herbst 1981

Kommuniqué des Nationalen Christenrates in Japan (NCCJ) zu Fukushima

 

   

Ökumenische Arbeitsgruppe «ChristInnen für die Energiewende»: Karl Graf, Leiter Fachstelle Kirche im Dialog des Kath. Dekanats Region Bern; Susanne Schneeberger Geisler, Pfarrerin; Jürg Liechti-Möri, Pfarrer; Judith Pörksen Roder, Pfarrerin; Kurt Zaugg-Ott, Leiter Arbeitsstelle oeku Kirche und Umwelt; Hannes Liechti, Student, KUW-Mitarbeiter (Webmaster).

Kontaktadresse für weitere Infos:
Oeku, Postfach 7449, Schwarztorstrasse 18, 3001 Bern; Email